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Konzertforum

Montag, 27. November 2023, 13:30 Uhr

Credits Bild: Isin & Co.

Haushaltsantrag: Konzertforum am Neckar

Seit zwei Jahrzehnten ist das Stuttgarter Kammerorchester (SKO) auf der Suche nach einer neuen künstlerischen Heimat und nun mit dem Projekt eines neuen Konzertforums am Neckar seinem Ziel einen entscheidenden Schritt nähergekommen. Auf dem früheren Rilling-Areal in Bad Cannstatt soll, wie das SKO schreibt, ein „herausragender Konzert- und Begegnungsort für die Menschen und Kulturinstitutionen in Stuttgart und der Region entstehen“, wo „klassische Musik, elektronische Musik, Jazz, Pop, Musikvermittlungsangebote und vieles mehr einen aufregenden Kulturort mit Leben füllen“ werden. Neben einem modernen, akustisch optimalen Konzertsaal mit 1.000 Sitzplätzen und einer flexiblen Bühne, die auch die Aufführung größerer Orchesterwerke zulässt, gibt es einen Probensaal mit gleicher Bühnengröße sowie einen Veranstaltungsraum mit circa 150 Sitzplätzen. Darin können kleinere Veranstaltungen stattfinden und so Vereine und Initiativen aus dem gesamten Stadtbezirk die Möglichkeit für Veranstaltungen aller Art erhalten.

Nach ersten Gesprächen mit der Kulturverwaltung und den Verantwortlichen der Stuttgarter Philharmoniker gibt es die Möglichkeit, dass neben dem SKO dort auch unser städtisches Orchester mit seiner Verwaltung, dem Probenbetrieb sowie bestimmten Konzertformaten untergebracht werden kann, wenn das Gustav-Siegle-Haus in absehbarer Zeit für mehrere Jahre generalsaniert werden muss. Sollte daraus ein dauerhafter Stammsitz werden, könnten sich für das Gustav-Siegle-Haus im Herzen des Leonhardviertels neue Möglichkeiten der Nutzung in unmittelbarer Nachbarschaft zu unserem künftigen Haus für Film und Medien und dem ebenfalls neu entstehenden Mobility Hub der Firma Breuninger ergeben.

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, mit dem Konzertsaal am Neckar und seinen 1.000 Sitzplätzen eine Lücke im Raumangebot unserer Stadt zu schließen, die für die beiden zum Teil stark ausgebuchten Konzertsäle in der Liederhalle eine spürbare Entlastung schaffen wird. Außerdem sehen wir mit der vorgeschlagenen Entwicklung auf dem Eckgrundstück zwischen Brücken- und Neckartalstraße die zusätzliche Chance einer städtebaulichen Aufwertung des gesamten Areals in der Neckarvorstadt zum Beispiel mit einem attraktiven Quartiersplatz oder anderen urbanen Begegnungsräumen.

Wir begrüßen die Zusage des SKO, durch eine Fundraising-Kampagne unter seinen privaten Unterstützerinnen und Unterstützern insgesamt 25 Millionen Euro als Baukosten-Zuschuss einzuwerben. Nach vorläufigen Zahlen der Trias GmbH, die als neue Eigentümerin das frühere Rilling-Areal komplett entwickelt, liegen die Kosten für die von uns favorisierte Komplett-Lösung mit dem schlüsselfertigen Erwerb des insgesamt drei Gebäude umfassenden Konzertforums aktuell bei knapp 80 Millionen Euro. Damit würden im Rahmen des vom SKO vorgeschlagenen Public-Partnership-Modells circa 55 Mio. Euro verbleiben, die von der Stadt Stuttgart komplett übernommen werden müssten. Zu beachten ist dabei der Umstand, dass unabhängig von den Plänen für ein Konzertforum am Neckar durch den Sanierungsbedarf des Gustav-Siegle-Hauses aller Voraussicht nach vergleichbare Kosten für eine reine Interimsspielstätte der Stuttgarter Philharmoniker aufgewendet werden müssten.

Ein Vorteil dieses Kulturprojektes könnte sein, dass es mit überschaubaren finanziellen Mitteln auch sehr zeitnah realisiert werden könnte. Das Baugrundstück ist sofort verfügbar und eine zeitaufwändige Änderung des Bebauungsplans nicht notwendig. Damit unterscheidet es sich deutlich von den Ideen der Konzerthausinitiative, die einen noch größeren neuen philharmonischen Saal für Stuttgart anstreben. Auf Grund der Verfügbarkeit möglicher Grundstücke dafür, der baurechtlichen Erfordernisse und der notwendigen Finanzierung gehen wir davon aus, dass eine Realisierung dieser Idee jedenfalls in den nächsten zehn Jahren nicht realistisch ist. Der Vorteil für das Konzertforum am Neckar kommt aber auch nur zum Tragen, wenn der Gemeinderat akzeptieren würde, dass in die Konzeptidee der Initiatoren nicht noch zahlreiche zusätzliche weitere Auflagen wie Architekturwettbewerb, Wohnanteile, weitere soziale Einrichtungen etc. integriert werden müssen.

Da wir im Rahmen der derzeit laufenden Haushaltsberatungen eine Entscheidung über das weitere Vorgehen treffen wollen, beantragen wir:

1.) Die Verwaltung berichtet zur 2. Lesung, welche weiteren Schritte zur gemeinsamen Realisierung des Konzertforums am Neckar notwendig sind. Dabei führt sie auf, welche Mittel bereits im Doppelhaushalt 2024/25 sowie in den darauffolgenden Haushaltsjahren für die vom SKO vorgeschlagene Komplett-Lösung bereitgestellt werden müssen.

2.) Die Verwaltung erstellt eine Übersicht, wann welche weiteren Beschlüsse getroffen werden müssen und arbeitet dafür die entsprechenden Vorlagen aus.

Antragssteller: Alexander Kotz / Beate Bulle-Schmid / Jürgen Sauer

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Der Antrag zum Download


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