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Antrag: Temporäres Wohnen

Donnerstag, 11. November 2021, 11:45 Uhr

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Kurzfristige Lösungen für den Wohnungsdruck in Stuttgart suchen Temporäres Wohnen als einen Lösungsweg prüfen

Stuttgart hat was den Wohnungsmarkt angeht eine besondere Situation: Wir haben seit Jahren mehr
Wohnungsbedarf in unserer Stadt als wir anbieten konnten, was zu einer großen Bugwelle von Bedarf
geführt hat. Die Prognosen sagen auch für die kommenden fünf Jahre auf jeden Fall noch steigenden
Bedarf voraus. Andererseits hat Stuttgart die glückliche Situation, dass wir in ca. 10-15 Jahren neue
große Wohnungsbestände in unserer Stadt entwickeln können. Allen voran mit der Aufsiedlung des
Rosensteinquartiers, aber auch z.B. mit dem Stöckach-Areal der EnBW, mit der Nachnutzung der
Allianz-Gebäude oder dem neuen Wohngebiet Schafhaus in Mühlhausen bekommen wir zahlreiche
neue Wohnungen für unsere Stadt. Aber eben meist erst in frühestens 10 Jahren.

Nun gilt es über diese Dekade hinweg Lösungen zu finden, temporär Wohnraum zu schaffen bis die
dann dauerhaften Projekte zur Verfügung stehen.

Die CDU-Fraktion hat angeregt, solch temporäres Wohnen für unsere Stadt zu prüfen.

Bautechnisch stellt dies heute keine Besonderheit mehr da. Unzählige Anbieter am Markt erstellen
aus einzelnen Fertigmodulen ganze Gebäude, auch mehrgeschossig und verdichtet. Die Fertigmodule
werden am Bauplatz angeliefert und montiert, und können nach Jahren der Nutzung dort wieder
demontiert und an einem anderen Standort wieder neu montiert werden. In Punkten wie Design oder
Energiebilanz stehen die Modulbauten konventionellem Bauen in keiner Weise nach, oftmals sind sie
gerade in energetischer Sicht nachhaltiger.

Die spannende Frage für Stuttgart ist also: Wo können wir solche temporären Bauten auf Flächen
erstellen, die für dauerhaften Wohnungsbau aktuell nicht zur Verfügung stehen? Hier gibt es nach
unserer Einschätzung eine breite Vielfalt an Möglichkeiten. Am besten wären Bauflächen mit
vorhandenen Baurecht für Wohnen, deren Besitzer aber aktuell keine dauerhafte Entscheidung zur
Bebauung treffen wollen. Hier könnte die Stadt für 10 oder 15 Jahre als Mieter oder Pächter auftreten,
die Flächen temporär bebauen und am Mietende wieder räumen.

Darüber hinaus halten wir auch Flächen mit anderem Baurecht für solche temporären Nutzungen für
möglich wie z.B. Brachflächen nach Abriss von Gebäuden, Gewerbeflächen oder städtische optionale
Erweiterungsflächen z.B. für Schulen oder Friedhöfe. Auf Grund der temporären Nutzung wären z.B.
nach unserer Einschätzung z.B. klimatologische Auswirkungen nicht so hoch anzusetzen wie bei
dauerhafter Bebauung.

In der Stadtgesellschaft und im Gemeinderat ist unsere Idee auf großes Interesse gestoßen. Im
Unterausschuss Wohnen wurde die Verwaltung durch die Fraktionen beauftragt, sich mit dem Thema
zu befassen, und vor allem das Thema möglicher Flächen zu prüfen.

Da es sich beim Thema Wohnen um eines der wichtigsten Themen in unserer Stadt handelt,
bitten wir den Oberbürgermeister persönlich sich diesem Thema anzunehmen.

Vor diesem Hintergrund fragen wir den Oberbürgermeister mit der Bitte um Bericht zur ersten
Lesung:

1.) Wie schätzt der Oberbürgermeister eine solche Konzeption von temporärem Wohnen als
Brückenlösung zur Linderung des enormen Wohnungsmangels in Stuttgart ein?

2.) Was hat die Stadtverwaltung zu diesem Thema seit der Sitzung des Unterausschuss Wohnen
zwischenzeitlich getan?

3.) Was sind die weiteren geplanten Schritte der Stadtverwaltung und ich welchem Zeitrahmen wird
dies stattfinden?

4.) Wie will die Stadtverwaltung den Gemeinderat zeitnah über den Fortgang des Themas
informieren?

5.) Sieht die Stadtverwaltung die Notwendigkeit im Doppelhaushalt 2022/23 Finanzmittel für eventuelle
Pilotprojekte von temporärem Wohnen einzustellen, oder könnten solche notwendigen Mittel auch
unterjährig aus der Rücklage „Wohnen“ finanziert werden.

Antragssteller: Alexander Kotz / Dr. Carl-Christian Vetter / Nicole Porsch

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