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Effiziente Lösungen statt "Prestigewindräder"

Donnerstag, 23. April 2015, 13:30 Uhr

Lange wurde von der CDU-Gemeinderatsfraktion über das Für und Wider von Windkraftanlagen in Stuttgart und insbesondere im Gebiet Tauschwald diskutiert. „Das Ergebnis ist, dass wir dem Projekt „Windstandort Stuttgart - Tauschwald“ nicht zustimmen können und das damit verbundene Verfahren ablehnen“, erklärt CDU-Fraktionsvorsitzender Alexander Kotz.

Diese Entscheidung stellt jedoch in keinster Weise den Einsatz in Sachen Energiewende in Frage. Im Gegenteil, die Energiewende zu schaffen, gehört zu den wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit. Energie effizient gewinnen – mit einer Biogasanlage in Zuffenhausen und der Energiegewinnung aus Abwasser im Neckarpark zeigt Stuttgart bereits umweltschonende Wege auf. Die Energieeinsparung in Gebäuden und Produktionsprozessen ist ein weiterer entscheidender Faktor. Zudem gilt es, Innovationskraft speziell in den einzelnen Bezirken dafür aufzuwenden, weitere geeignete Projekte und Lösungen auf den Weg zu bringen.

Diesen Zusammenhang machte Alexander Kotz bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit den Sprechern der CDU-Bezirksbeiratsfraktionen Weilimdorf, Feuerbach und Botnang nochmal deutlich. Gemeinsam wurde in einem schriftlichen Antrag an die Stadtverwaltung über das geplante Vorhaben zur Errichtung von Windkraftanlagen im Tauschwald entschieden und mit stichhaltigen Gründen abgelehnt:

1. Energiewende-Rendite als Maßstab – Maßgabe sollte sein, möglichst viel Energiewende bzw. CO²-Ausstoß-Reduzierung mit jedem eingesetzten Euro zu erzielen.

2. Wirtschaftlichkeit nicht gegeben – Gemäß bisher bekannten Informationen kann bei diesem Projekt von einer Renditespanne von nur 1 bis 6 Prozent ausgegangen werden. Sollte sich hier eine Minderung dieser Werte ergeben, sind die mit der Errichtung verbundenen Kosten nicht mehr tragbar. Dieser Zusammenhang spiegelt exemplarisch das sehr hohe Risiko des Projektes wieder. Bei anderen Windkraft-Projekten, an welchen die Stadtwerke Stuttgart beteiligt sind, ist gemäß dem volkswirtschaftlichen Maximalprinzip der Output an „Energiewende“ pro eingesetztem Euro wesentlich höher als es im Tauschwald der Fall sein würde.

3. Landschaftsbild und Erholungswert zu stark beeinträchtigt – Dieser Wald dient den Bürgerinnen und Bürgern aus den drei angrenzenden Stadtbezirken und darüber hinaus als Naherholungsgebiet. Das Vorhaben bedeutet einen massiven Eingriff in dieses Gebiet zum Nachteil der Menschen.

4. Landschaftschutzgebiet komplett erhalten – Bei dem Gebiet handelt es sich um eines der wenigen großen und zusammenhängenden Waldgebiete auf der Gemarkung Stuttgart. Das allein stellt schon einen großen Wert für die Allgemeinheit dar, der nicht wegen eines offensichtlichen Prestigeobjektes des Oberbürgermeisters verloren gehen sollte.

5. Artenschutzgutachten wird weitere Einschränkungen des Projektes zur Folge haben – Das veröffentlichte Gutachten zeigt auf, dass mit zusätzlichen Einschränkungen im Betrieb der Anlagen zu rechnen ist.

Die Bevölkerung bei der Energiewende mitnehmen

Weite Teile in der Stuttgarter Bevölkerung lehnen das Windparkprojekt inmitten eines so dicht besiedelten Gebietes ab. Alexander Kotz: „Es wäre geradezu töricht, wenn die Politik wegen zweier Windräder mit sehr überschaubarem Beitrag zur Energiewende die sonst grundsätzlich positive Stimmung der Bürgerinnen und Bürger zur Energiewende gefährden würde. Ohne die Unterstützung der Bevölkerung geht es nicht. Wir als CDU-Fraktion wollen diese positive Grundstimmung nicht durch ein Prestigeprojekt im Tauschwald aufs Spiel setzen.“

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